Restaurierung von Turm des Schweigens
Als DER TURM DES SCHWEIGENS im Januar 1925 uraufgeführt wurde,
war er bereits der dritte Film, den Routinier Johannes Guter mit seinem
Star Xenia Desni für die Decla-Film drehte. Er ist ein von der
Filmgeschichtsschreibung bislang vernachlässigter Film, an dem
sich die filmkünstlerisch hohen Standards seiner Zeit gut ablesen
lassen. Der titelgebende Turm, der mit Dekorationen aus den Renommierproduktionen
DIE NIBELUNGEN (Fritz Lang, Deutschland 1922–24), DER LETZTE MANN
(Friedrich Wilhelm Murnau, Deutschland 1924) und ZUR CHRONIK VON GRIESHUUS
(Arthur von Gerlach, Deutschland 1923–25) auf dem Freigelände
der Ufa in Neubabelsberg seinen Platz behauptete, ist ein beachtliches
Zeugnis filmarchitektonischen Könnens der zwanziger Jahre. Verantwortlich
für die Bauten war Rudi Feld. Zudem ist DER TURM DES SCHWEIGENS
die erste eigenständige Arbeit von Kameramann Günther Rittau,
der knapp ein Jahr zuvor durch seine Trickaufnahmen für Langs NIBELUNGEN-Film
bekannt geworden war. Auch hier erzielt Rittau wirksame Effekte, wenn
er seine Kamera der sich um den Turm windenden Außentreppe folgen
lässt oder bei einer Theateraufführung eine rotierende Drehbühne
fotografiert. Anke Wilkening
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